Zecken bei Hund und Katze

Was sind Zecken? Welche Arten gibt es und wo kommen sie vor?

Zecken gehören zu den Milben, haben 8 Beine und es sind über 900! Verschiedene Arten bekannt. Die Arten, die unsere Haustiere befallen sind in deutschland:

  1. der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus)
  2. Buntzecken/Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus)
  3. Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)
  4. Neuerdings auch die Riesenzecke (Hyalomna) welche ihren Opfern sogar bis zu 100 Metern nachläuft!

Zecken leben nicht wie viele glauben auf Bäumen und sie lassen sich auch nicht auf ihre Beutetiere hinabfallen.

Zecken leben gerne in hohem Gras, halten sich mit den Hinterbeinen am Gras fest und klammern sich mit den Vorderbeinen an vorbeilaufende Wirtstiere.

Wen und wo beißen Zecken?

Zecken haben je nach Art unterschiedliche Wirtstiere, die sie bevorzugen, sie können zur Not aber auch bei anderen Tieren Blut saugen. Vor der Blutmahlzeit sind Zecken gang klein, können dann aber das 200fache ihres eigenen Körpergewichts als Blutmahlzeit zu sich nehmen. Dementsprechend vollgesogen sehen sie dann auch aus, können sich kaum noch bewegen und fallen von ihrem Wirtstier ab.

Am meisten betroffen sind die Regionen des Körpers, der viel Kontakt mit dem Gras hat, wo die Zecken leben. Das bedeutet bei unseren Fellnasen hauptsächlich am Kopf, weil die Hunde im Gras schnüffeln und Katzen im hohen Gras auf Beutejagd gehen. Generell bevorzugen es Zecken in der Unterwolle unterwegs zu sein, weshalb kurzhaarige Hunde mit wenig Unterwolle weniger oft gebissen werden. Aber hier gilt es genau hinzuschauen, denn jeder Hund und jede Katze ist anders und manche bekommen viele Zecken und andere nicht so viele! Das liegt zum Einen daran wo man mit den Fellnasen unterwegs ist (natürlich sind im Wald und auf Wiesen mehr Zecken, als auf dem Bürgersteig oder am Grüstreifen einer Strasse) und zum anderen daran, wie empfänglich die Tiere für Zecken sind. Auch das Wetter und die Vermehrungshäufigkeit spielt eine große Rolle, denn wenn der Winter nicht sehr kalt war, können mehr Zecken überleben und es gibt bei feucht-warmen Wetter regelrechte explosionartige Vermehrungen.

Welche Krankheiten übertragen Zecken?

Das Schlimme an Zecken sind aber nicht die Bisse an sich – die sind einfach nur ekelig! Viel schlimmer sind die Krankheiten, die Zecken übertragen! Denn viele Zecken auch bei uns in Norddeutschland übertragen tödliche Krankheiten!

  1. Der Holzbock überträgt die gefährliche Lyme-Borreliose, die Anaplasmose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
  2. Buntzecken können Babesien übertragen
  3. Braune Hundezecken übertragen Babesiose, Hepatozoon, Anaplasmose, Ehrlichiose und Filariose

Wie erkenne ich diese Zeckenkrankheiten?

  1. Borreliose: Borrelien sind Bakterien, die durch den Speichel der Zecke in die Blutbahn von Hunden gelangen und sich von dort aus hauptsächlich in den Gelenken, aber auch im Nervensystem und den Organen verbreiten können. Das Fiese an der Borreliose ist, dass die ersten Symptome oft erst 4-6 Wochen nach dem Zeckenstich auftreten. Die hauptsächlichen Symptome sind Mattigkeit, Lahmheiten, Fieber und Inappetenz. Generell können alle Rassen an Borreliose erkranken, es sind aber vor allem Berner Sennenhunde und Golden Retriever betroffen! Eine Bekämpfung der Bakterien ist durch das geeignete Antibiotikum möglich aber leider können sich Babesien oft im Körper verstecken und lösen dann schubweise immer wieder Krankheitsphasen aus!
  2. Anaplasmose: Anaplasmen sind Bakterien, die wie die Borrelien im Blut leben und sich dort vermehren. Die Symptome ähneln der Borreliose aber Anaplasmen führen zusätzlich häufig zu Blutungen und Anämien, wobei die roten Blutzellen zerstört werden. Dieser Zustand kann schnell lebendsbedrohlich werden, wenn nicht rechtzeitig das richtige Antibiotikum gegeben wird!
  3. FSME: Die FSME wird durch ein Virus hervorgerufen und kann zu Lähmungen, Zittern, Schwindel und Fieber führen. Es gibt hierfür im Gegensatz zur Anaplasmose und Borreliose KEINE Therapiemöglichkeit und Hunde behalten oft einen dauerhaften Schaden wenn sie die akute Phase überstehen!
  4. Babesiose: Babesien sind Einzeller. Sie zerstören rote Blutkörperchen und führen zu hohem Fieber. Oft verfärbt sich der Urin bräunlich und die Hunde sind schlapp und matt. Auch die Schleimhäute sehen oft blass aus und es geht den Hunden oft akut sehr sehr schlecht. Auch hier treten die ersten Symptome oft erst Wochen nach dem infektiösen Zeckenstich auf.
  5. Hepatozoonose: anders als alle anderen Zecken-Erreger, wird Hepatozoon (ein Einzeller-Parasit) nicht durch den Saugakt der Zecke übertragen, sondern durch das Zerbeissen und Runterschlucken der Zecke durch unsere Hunde! Im Darm vermehren die Parasiten sich dann und führen zu Durchfall aber auch Lymphknotenschwelungen, Anämien und Muskelentzündungen sowie Fieberschüben.
  6. Ehrlichiose: Ehrlichen sind auch Bakterien. Sie führen zu einem Abfall der Blutplättchen und der weißen Blutzellen. Dadurch kann der Körper Blutungen nicht mehr stoppen und das Immunsystem ist geschädigt. Das führt oft zu Schlappheit, Fieber und Mattigkeit und eine schnelle Therapie ist notwendig.
  7. Filariose: Filarien sind Würmer, die die Unterhaut und die Lymphknoten befallen können. Sie führen zu Irritationen im Gewebe und können allergische Reaktionen hervorrufen.

 

Alle diese Erreger, brauchen mindestens 12 Stunden, bis sie durch die Zecken übertargen werden können. Das rechtzeitige Entfernen oder Abtöten der Zecken, hilft allen diesen Erkrankungen vorzubeugen!

Wie ziehe ich eine Zecke?

Um eine Zecke zu ziehen, sollte man ein Werkzeug benutzen, mit dem man unter den Körper der Zecke greifen kann, damit man den Kopf nicht abreißt. Ich habe hier mal ein Video gemacht, wie ich Zecken entferne:

Was mache ich wenn der Kopf der Zecke noch steckt?

Auch das kommt häufig vor und kommt meist daher, dass sich die Tiere selber versucht haben, die Zecke zu ziehen. Oder aber man hat beim herausziehen zu viel Kraft angewendet, wodurch der Körper vom Kopf der Zecke abgerissen wurde.

So ein Kopf sollte unbedingt entfernt werden, denn auch wenn die Zecke stirbt, so kann durch das Beißwerkzeug noch Krankheiten übertragen werden!

Was kann ich tun, um meinen Hund und meine Katze zu schützen?

Ein adäquater Zeckenschutz ist meiner Meinung nach unbedingt nötig wenn:

  1. es nicht möglich ist den Hund jeden Tag!! intensiv nach Zecken abzusuchen
  2. wenn bereits eine vollgesogene Zecke gefunden wurde
  3. bei langhaarigen Hunden mit viel Unterwolle (denn ganz ehrlich: bei so viel Wolle wie beisplw. Bernersennenhunden, ist es nahezu unmöglich das Tier jeden Tag so genau abzusuchen, wie es nötig wäre).

Um seine Tiere zu schützen, sollte dabei auf getestete und zugelassene Produkte aus der Veterinärmedizin zurückgegriffen werden. Viele wollen nicht so viel ‚Chemie’ geben und ich kann das durchaus nachvollziehen, doch sobald Zecken da sind, besteht das Risiko einer Infektion durch oben genannte Erreger! Und so viel Chemie wie wir dann benutzen müssen und dabei das Leben unserer Fellnasen riskieren ist für mich keine Alternative.

Es sollte jedoch immer mit dem Tierarzt abgesprochen werden, welches Zeckenmittel für Ihr Tier das Richtige ist! Für mich gilt: sobald man eine vollgesogene Zecke trotz Mittel gefunden hat, ist das nicht das Richtige für das Tier. Es sollte ein nahezu 100%iger Schutz gegeben sein.

Auf dem Markt sind momentan viele verschiedene Mittel wobei sie alle ähnlich wirken. Das Medikament wird über die Blutbahn oder auf der haut von der Zecke aufgenommen und diese stirbt dann.

Es gibt jedoch auch Präparate die das Stechen der Zecke von vornherein verhindern, was durchaus zu bevorzugen ist.

Generell gibt es:

  1. Spot-ons – hierbei wird der Wirkstoff auf die Haut gegeben und verteilt sich über den Fettfilm der Haut
  2. Tabletten (1 monatige oder 3-monatige Wirkzeit) – hier wird der Wirkstoff über das Blut verteilt und tötet die Parasiten beim Saugakt
  3. Halsbänder – der Wirkstoff wird über die Haut verteilt und tötet auch hier durch Kontakt die Zecken

Alle diese Wirkstoffe müssen in Deutschland durch verschiedene Zulassungsverfahren laufen und die Sicherheit der Medikamente wird akribisch geprüft. Sollten bei einem Produkt zu viele Nebenwirkungen auftreten, kommt es gar nicht erst auf den Markt. Trotzdem sollte man bei empfindlichen Tieren IMMER zuerst seinen Tierarzt um Rat fragen und ich empfehle dann eher die Benutzung eines Halsbandes, da dieses zu Not wieder abgenommen werden kann.

Alternativpräparate wie Kreuzkümmelöl oder Kokosöl, sind für mich nur Scheinlösungen, da es leider keine Studien gibt, die die Wirkung dieser Produkte belegen.

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